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Ein Werbeslogan von Brot für die Welt...

 

Heute Morgen auf dem Weg zur Arbeit, als ich noch halbverträumt im Bus saß (ja, heute ist mal Bus fahren angesagt), habe ich ein Plakat von „Brot für die Welt“ gesehen mit der Aufschrift „Hausaufgaben machen. Ein Wunsch, den wir Millionen Kindern erfüllen“. Mein erster Gedanke dazu ist nicht, toll super Sache was die machen für die Kinder. Nein, ich denke Hausaufgaben? Hatte ich nie Bock drauf. Ein Übel

in meiner Kindheit. Das  ich Hausaufgaben gehasst habe, fing schon in der Grundschule an. Meine Mutter hat mich seitdem ich zwei Jahre alt war zur Tagesmutter, die praktischerweise ein Hauseingang weiter mit Ihrem Mann und ihren zwei Kindern und zig weiteren Tageskindern gewohnt hat, geschickt. Und Hilde die Wilde hatte strenge Regeln. 1. Es wird gegessen was auf den Teller kommt, 2. Es scheint nur die Sonne, wenn der Teller leer ist, 3. Erst die Arbeit (also Hausaufgaben) und dann das Vergnügen, 4. Vor Dunkelheit zu Hause sein. Es gab bestimmt noch weitere Regeln, aber die eben aufgezählten sind mir in Erinnerung geblieben, obwohl die zweite Regel eher keine ist, aber wenn du als Kind hörst, dass die Sonne nur scheint wenn der Teller leer ist…na, dann isst du diesen Teller auf und ich bin heute noch eine gute Esserin. Die Regel mit den Hausaufgaben war mir zuwider, ehrlich da fehlte mir als Kind einfach das Verständnis. Ich meine du kommst aus der Schule, harte vier Stunden voller Konzentration (oder auch nicht) und dann sollst du in deinem Zweitzuhause weiter machen?! Ich würde sagen, hier hat sich Hilde die Wilde einfach über kindliche Bedürfnisse hinweg gesetzt und eiskalt ihre Rituale durchgesetzt. Die Folge daraus war, dass ich sobald ich in die fünfte Klasse eingeschult worden bin, zu meiner Mutter gesagt habe, dass ich von nun an nach der Schule nicht mehr zu Hilde will.  Und da ich ja schon so gut wie erwachsen war, habe ich meine eigenen Schlüssel bekommen und durfte nach Hause, in mein Erstzuhause. Richtig stark, Hausaufgaben dann machen wann ich sie wollte, oder überhaupt nicht machen. Der Schlenz zog ein. Fernsehen glotzen, Mila kann lachen, Sailor Moon, die Power Rangers….es gab schon immer ein Riesenangebot für Kinder, machen wir uns nix vor. Aber irgendwas habe ich wohl für die Schule getan, sonst sähe mein Leben wohl ein bisschen anders aus als jetzt. Aber durch den Schlenz hab ich mir sicherlich auch einige Türen selbst vor der Nase zugeschlagen. Zum Glück öffnen sich immer wieder neue Türen und ich habe auch Chancen zu nutzen erkannt. Das ist etwas, das bringt dir übrigens keiner bei. Vieles fürs Leben bringt dir in der Schule keiner bei. Also learning by doing.

 

Vielleich hätte Hilde sich anders ausdrücken sollen, denn Hausaufgaben ist doch ein total blödes Wort. Immerhin hörst du das Wort im Unterricht schon tausend Mal, bzw. das Wort Aufgaben. Und dann auch noch H a u s a u f g a b e n. Ich finde Übungen ist ein super Ersatz. Üben für die Schule, Lernübungen. Vermutlich waren mir Hausaufgaben verhasst, weil ich ein verwöhntes verweichtliches Ei bin oder war, je nachdem. Die Kinder die Brot für die Welt meint, das sind ja Kinder die in prekären Verhältnissen leben aus denen sie ausbrechen möchten und sie wissen, dass nur Bildung sie voran bringt. Die Kinder haben Lust Hausaufgaben zu machen. Find ich klasse!

 

 

 

Nicht zum Thema passend, aber i like:

La Roux – La Roux (2009)

 

Neues Album aus 2020: Supervision.  La Roux gefällt mir persönlich besser ;)